Hebammenpraxis „Ohana“ im Gesundheitszentrum Frankenau

Frankenau(pm). Die Abgeordnete und gesundheits- und pflegepolitische Sprecherin Dr. Daniela Sommer besuchte gemeinsam mit der stellvertretenden Kreistagsvorsitzenden Iris Ruhwedel sowie dem Frankenauer Magistratsmitglied Renate Thuma (alle SPD) die Hebammenpraxis Ohana von Hebamme Yvonne Schroebler im Gesundheitszentrum in Frankenau. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die aktuelle Versorgungssituation rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sowie die wichtige Rolle der Hebammenarbeit im ländlichen Raum. Hebamme Yvonne Schroebler stellte den Besucherinnen ihr umfangreiches Angebot vor. In der Praxis Ohana begleitet sie Frauen und Familien von der Schwangerschaft über die Geburt bis weit in die Zeit nach der Entbindung. Dazu zählen Vor- und Nachsorge, Geburtsbegleitung, Wochenbettbetreuung, eine offene Sprechstunde, Krabbelgruppe, Hilfe bei Schwangerschafts- und Stillbeschwerden, Rückbildungskurse sowie Unterstützung beim Abstillen und bei der Einführung von Beikost. Das Einzugsgebiet der Praxis reicht von Holzhausen bis Herzhausen, von Armsfeld oder Gemünden bis Wangershausen. „Eine Hebamme begleitet Frauen heute oft über einen Zeitraum von fast zwei Jahren – von der Schwangerschaft bis zum Ende der Laktation. Diese intensive Begleitung ist unglaublich wertvoll, aber auch zeitlich sehr anspruchsvoll“, erläuterte Schroebler. Sie könne monatlich etwa sieben bis zehn neue Frauen aufnehmen, müsse jedoch immer wieder Anfragen ablehnen. „Das fällt mir nie leicht, zeigt aber deutlich: Es gibt nach wie vor zu wenige Hebammen.“


Daniela Sommer würdigte die Arbeit der Hebammen ausdrücklich: „Hebammen sind eine tragende Säule unserer gesundheitlichen Versorgung. Sie leisten nicht nur medizinische, sondern auch emotionale und soziale Unterstützung für Familien. Gerade im ländlichen Raum ist dieses Angebot unverzichtbar.“ Gleichzeitig betonte sie den Handlungsbedarf: „Wir müssen dringend dafür sorgen, dass mehr junge Menschen den Hebammenberuf ergreifen und gute Rahmenbedingungen vorfinden.“ Auch Iris Ruhwedel hob die Bedeutung der regionalen Vernetzung hervor: „Die Hebammen im Landkreis versuchen, alle schwangeren Frauen so gut wie möglich zu begleiten. Dass dies nicht immer gelingt, liegt nicht am Engagement, sondern am Mangel an Fachkräften.“ Sie ergänzte: „Umso wichtiger sind mutige Schritte wie dieser hier in Frankenau.“ Renate Thuma und Iris Ruhwedel, die beide in Frankenau leben, bezeichneten die Niederlassung der Praxis im Gesundheitszentrum als Gewinn für die Stadt: „Dass sich Frau Schroebler hier im Gesundheitszentrum niedergelassen hat, ist ein starkes Signal. Kurze Wege und vernetzte Angebote kommen direkt den Familien zugute.“


Neben der eigenen Hebammentätigkeit arbeitet Yvonne Schroebler in verschiedenen Kooperationen. So finden in der Praxis unter anderem Stillberatungen sowie Reanimationskurse für Eltern, Kinder und Großeltern statt. „Mir ist es wichtig, dass Familien ganzheitlich begleitet werden und ich ihnen Sicherheit geben kann – vor, während und nach der Geburt“, so Schroebler.
Der Name Ohana steht dabei nicht zufällig für das Konzept der Praxis. Das Wort stammt aus dem Hawaiianischen und bedeutet „Familie“ – im erweiterten Sinn eine Gemeinschaft, in der jeder füreinander Verantwortung übernimmt. „Ohana beschreibt meine Haltung sehr gut“, erklärte Schroebler. „Jede Familie soll sich hier angenommen, unterstützt und nicht allein gelassen fühlen.“
Der Besuch machte deutlich, wie zentral die Arbeit von Hebammen für eine gute Gesundheitsversorgung ist – und wie dringend es Nachwuchs braucht, um dieses wichtige Angebot auch künftig flächendeckend sichern zu können.